Berichte von 09/2012

Berg und Tal

Sonntag, 30.09.2012

Jipiiee! Ich finds echt voll geil um 7 aufzuwachen…NOT

Aber was will man machen. Natürlich haben alle anderen noch geschlafen, sodass ich nicht recht wusste, was ich anstellen soll. Also hab ich lesend darauf gewartet Internet zu bekommen. Ging aber sogar erstaunlich schnell. Und ich stell jeden Tag aufs Neue fest: Skype ist eine tolle Erfindung. Vorausgesetzt man weiß, wie es funktioniert. Michi hat noch meiner Mom und meinem Dad Bescheid gesagt, dass ich online bin und alle wollten gleichzeitig mit mir telefonieren (funktioniert aber nur in einer Konferenz. Erklär meinen Eltern bitte mal was das ist! ;) ). Hat natürlich nicht geklappt. Bei meinem Dad schon 2mal nicht, weil er immer noch kein Mikro hat. Aber gut, nach einigem hin und her hat mein Dad dann kapituliert und ich hab mal mit meiner Mom kurz gesprochen. Ist mal wieder ganz schön. J Danach konnte ich mich wieder voll und ganz meinem Schatz widmen.

Später fragt dann Lucrecia, meine Schwester, ob ich mit ihr ins Centro will, die Oma, die am ersten Tag nicht da war, besuchen. Da sag ich ja nicht nein!

Also hab ich schon mal den Koffer mit den Dingen gepackt, die ich bin zu meinem Umzug nicht mehr brauchen werde. Dann kann ich den nämlich schon mal gleich mitnehmen und muss nicht Sonntag alles allein durch die Gegend zerren und im Bus drauf aufpassen.

Das war dann auch dass erste was mich bei dem Hostel stuzig gemacht hat. Ich wollte da anrufen und fragen, ob ich mein Gepäck über Nacht schon da lassen kann. Ich hatte 2 Nummern und keine davon ging. Also hab ich das Gepäck bei der Oma deponiert.

Es war wieder so schön bei der abuela! Sie hat sich total gefreut mich zu sehen. Gab gleich eine gute Portion Empanadas (mit fast keinem Fleisch darin). Danach erst mal ausgeruht und schließlich sind wir zu dritt zu dem Hotel gestiefelt.

Von außen sah es nicht wie ein Hotel aus. Auch die Beschriftung neben der Tür war ärmlich. War total ausgeblichen und naja. Also haben wir geklopft und ein paar Deutsche Mädels haben uns aufgemacht. Die waren eigentlich ganz nett, was ich so mitbekommen habe. Aber das Haus – eine Katastrophe! Der Betreuer ist noch dazugekommen und hat uns dann rumgeführt. Alles dreckig, alles war rumgestanden, alles Räume waren offen (so dass ich da nicht unbedingt meine Wertsachen usw liegen lassen möchte) und auch oben im Wohnzimmer sah es nicht viel besser aus. Also ob ich wirklich hier wohnen möchte? Wohl eher nicht!

Als wir wieder draußen waren, waren wir alle drei entsetzt und die abuela gleich: Willst du wirklich hier wohnen? Such dir was Eigenes! Das ist gefährlich!

Allerdings hab ich der Organisation schon ein Haufen Geld gezahlt, eigentlich nur dafür, dass sie mir einen Praktikumsplatz vermitteln, ein bisschen auf mich aufpassen, mich vom Flughafen abholen und mir eine Wohnung (sogar ohne Verpflegung) besorgen. Und dann sowas? Eine Freundin von mir ist auf eigene Faust hergekommen und hat erzählt, dass sie Wohnungen schon für unter 100€ gesehen hat, was natürlich sicherer und individueller ist. Und jetzt haben die das mit dem Abholen schon vergeigt und dann soll ich noch in so nem Loch hausen? Bin ich ehrlich gesagt eher weniger von angetan. Ich bin gespannt wie sich das noch entwickelt. Jetzt muss ich da nur heut auf jeden Fall erst mal hinziehen. Danach sehen wir weiter.

Naja, nach dieser Ernüchterung war ich halt erst mal niedergeschlagen. Klar, dass ich in keinem 4-Sterne Haus untergebracht bin, aber etwas mehr hätte ich schon erwartet.

Lucre und ich sind dann auch ziemlich schnell wieder nach Villa Allende zurück und ich konnt mich noch bei Michi über die Situation aufregen. Ich mein die Organisation hat bisher fast nichts eingehalten von den Abmachungen. Wenn das so weiter geht…WAAHHH

Was ich süß fand, Lucre hats Joe erzählt und der hat mich dann bemitleidet und hat gleich gesagt, wenn irgendwas ist kann ich jeder Zeit zu Felipe und Carolina, dass die mir helfen das zu regeln, weil es für sie einfacher ist, weil sie ja Im Centro wohnen. Hat mich echt gefreut.

Zum Abendessen gabs dann Lomitos (ein Gemisch aus Sandwich, Hamburger und Subs) belegt mit Rührei, Tomate, Käse, Roastbeef usw. Das hat meine Laune auch nochmal gesteigert.

Trotzdem bin ich mit einem sehr flauen Gefühl ins Bett.

Stadtführung

Sonntag, 30.09.2012

Die Nacht auf Donnerstag hab ich einfach wunderbar geschlafen! Zwar auch wieder nicht lang, aber erholsam.

Nach dem Aufstehen hat Carolina erst gefragt, ob ich was frühstücken möchte oder an den Computer oder mal durch Centro usw. Schließlich sind wir etwas durchs Centro flaniert, weil sie etwas abholen wollte. Bei der Gelegenheit hab ich mir gleich einmal eine neue SIM-Karte gekauft, sodass es nicht so wahnsinnig teuer wird zu telefonieren. Danach sind wir noch in der Schule vorbei, in die ich die nächste Woche gehen werde. Da wurd ich dann gefragt wann ich jetzt in Centro zieh, dass man das mit dem Hostel ausmachen kann. Also Sonntag (heute) um 17 uhr Ortszeit ist es soweit. Ich bin gespannt, aber dazu später mehr…Ich sag nur so viel: Anfangs sollte ich in ein komplett anderes Haus mit einer komplett anderen Adresse. Als ich sie darauf angesprochen hab: Das ist das Selbe…

Also sind wir wieder nach Hause (die Schule ist nur einen Block von Carolinas Wohnung entfernt) und haben Mate getrunken. Und haben geredet…und geredet…und geredet…war schön, dass ich endlich wieder in die Sprache finden konnte. Es fehlen zwar etliche Wörter aber mein Gott, die verstehen (meistens) was ich will.

Zum Mittagessen gabs dann – wer hätte es gedacht – Fleisch. :D Also die Überreste vom Asado.

Irgendwann etwas später sind dann Carolina, Felipe, Joe (mein Bruder) und ich durchs Centro und Nueva Cordoba, um mir zu zeigen, was sich verändert hat in den letzten Jahren. Dann waren wir in einem schönen, relativ neu angelegten Park und haben ein wenig gechillt. War für einen so faulen Menschen wie mich eine recht große Runde, die wir gemacht haben. Aber gut, schadet ja nicht. ;)

Nachdem wir dann wieder in die Wohnung gekommen sind haben sich Joe und ich auf den Weg zu seinem Haus nach Villa Allende gemacht. Letztes Mal war er total ruhig und hat eigentlich nie mit mir gesprochen. Deshalb war ich umso erfreuter, dass er richtig aus sich rausgekommen ist und wir uns super unterhalten haben.

Zu Hause angekommen noch das Standartprogramm mit Skype (vorausgesetzt das Internet funktioniert mal), Dusche und  dann ab ins Bett!

 

1.Tag, 1.Asado

Samstag, 29.09.2012

Ausschlafen…wie schön es doch wäre...aber nix da! Meine Schwester, mit der ich mein Zimmer teile, musste Donnerstag früh um halb 6 zur Schule, wegen einer Klassenfahrt. Gut, und ich konnte leider nicht mehr schlafen. Aber ok, so ist das Leben eben. Also hab ich gelesen und aufgeräumt und solche Sachen eben bis es dann Mittagessen gab. (Fleisch…was denn sonst?)

Da hat meine Mama dann gesagt, dass sie einen Italienischkurs hat – in der Nähe der Schule, in die ich vor drei Jahren gegangen bin. Also bin ich mitgefahren. Zuerst wurde ich zu einer Tasse Mate eingeladen aber dann bin ich etwas um die Blocks gewandert bis ich mich endlich getraut hab zu dem Security von der Schule zu gehen. Der hat gemeint eigentlich darf er mich nicht reinlassen, hat aber dann telefoniert und ich durfte doch. Also bei ein paar Leuten vorbei geschaut, die ich noch von früher kenne und dann bin ich wieder zum Haus mit dem Italienisch Kurs.

Als meine Mama dann fertig war ist sie ins Centro gefahren und hat gefragt ob es für mich ok ist, wenn ich bei meiner Oma warte (letztes Mal habe ich mich total gut mit ihr verstanden und hab mich schon die ganze Zeit darauf gefreut sie wieder zu sehen). Also wurde ich da rausgelassen. Ich hab geklingelt, keiner ist hin. Cecilia, meine Mama, ist schon weggefahren. Irgendwann hör ich eine Männerstimme und dachte, dass ich im falschen Apartment geklingelt habe, war aber nur der Pförtner. Dem hab ich dann die Situation geschildert und er hat mich erst mal bei sich warten lassen. Später hat er dann telefoniert, ist zu mir gekommen und hat gemeint, dass gleich ein Mann kommt, der wissen will, wer ich bin. Nach ein paar Minuten kamen dann mein Cousin Felipe mit seinem Cousin Jorge. Mit den beiden habe ich mich letztes Mal ebenfalls hervorragend verstanden. Also haben sie mich mit zu sich nach Hause genommen, wo wir uns auf die Terrasse gesetzt und Bier getrunken haben. Auf einmal: Hast du Lust auf ein Asado? Und wer darauf nein sagt, ist doof! Nicht einmal 24 Stunden nach meiner Ankunft hab ich eine Einladung zum Asado…Jipieee

Wobei ich wirklich ein schlechtes Gewissen gegenüber Michi hatte, mit dem ich heute das erste mal skypen wollte. Ich hab einfach gehofft, dass er es mir nachsieht.

Also haben wir uns irgendwann auf den Weg gemacht Fleisch, Fernet, Brot…zu kaufen und naja dann begannen die Vorbereitungen. War interessant zu zuschauen wie hier gegrillt wird.

Die Vorbereitungen dauern laaaange, dann kommt ein Sack Kohle komplett (mit Verpackung) auf den Grill. In der Zwischenzeit wird das Essen zubereitet und naja dann gibt’s halt einen Gang nach dem anderen. Nur Beilagen sind nicht sooo wichtig :D Aber das Fleisch. Und man muss natürlich von allem probieren. Als erstes gabs Hühnerbrustspießchen mit Zwiebeln und Paprika. Anschließend gabs Wurst. An diese Stelle möchte ich ein Memo für mich einfügen: ALLES, was aussieht wie eine Blutwurst IST auch eine. Ergo wir essen es nicht. Aber naja, man muss ja alles probieren. Dann gabs Lende oder so und das letzte war Darm. Wird jetzt auch nicht so mein Lieblingsessen aber gut.

Dann waren wir noch zusammengesessen, haben geredet und gelacht. Aber mit Jet Lag und vom ganzen zuhören (was sehr anstrengend ist) war ich dann so müde, dass ich mir von Carolina (der Schwester von Felipe) habe zeigen lassen, wo ich die Nacht schlafen kann.

Also gute Nacht! Essen :) Die Art des Grillens Alles noch roh

ANGEKOMMEN

Samstag, 29.09.2012

Sooo, also, ich bin vor zwei Tagen endlich (!) nach 30 Stunden bei meiner Familie angekommen. Aber natürlich lief nicht alles so glatt wie es sollte. Also Frankfurt war ja noch alles easy. Alle haben mich verstanden – und ich sie. Also die ganze Nacht geflogen und früh in Sao Paulo angekommen. Ich hatte nicht einmal 1 Stunde bis zur Boarding Time. Genug Zeit – dachte ich. Ich hab sicherheitshalber gefragt, wohin ich muss. Der, den ich gefragt habe konnte auch wunderbares Englisch. Ich muss zum Terminal 1. Er hat mir auch gleich noch erklärt, wie ich dahin komme. Also bin ich losgelaufen und gelaufen und gelaufen….irgendwann bin ich dann angekommen. Gut. Dort haben sie mir dann aber gesagt, dass ich wieder zum Terminal 2 zurück muss. Also bin ich schon etwas schneller gelaufen. Dort habe ich nochmal gefragt und der hat mich dann an die Information geschickt (ich hatte sie dann endlich gefunden) und die haben mir gesagt der Flug geht vom Terminal 1 aus. Ich hatte noch 5 Minuten (und für den Weg hab ich definitiv länger gebraucht, weil ich da schon 29 Stunden nicht mehr geschlafen hatte. Also zum Terminal 1 zurückgerannt und da hab ich dann endlich mein Gate gefunden. Keine Ahnung wieso das so schwer war, aber gut, ich schiebs einfach mal auf die Müdigkeit. Von da an wurde es vorerst besser. Auf dem Flug nach Buenos Aires hatte ich eine 3er-Reihe für mich allein. Fantástico! Ich hatte Platz und konnte sogar ne halbe Stunde etwas dösen.

Dann hieß es: Bienvenidos a Buenos Aires!

Nachdem ich keine Lust hatte, dass es da genauso wird wie in Sao Paulo hab ich gleich mal gefragt ob ich hier überhaupt richtig bin. Die wollten mich gleich zu einem anderen Flughafen schicken. Aber ich hab ja dank Sao Paulo gelernt, dass man nicht jedem trauen sollte. Also bin ich zur Touristen Info und die hat gemeint, dass ich zwar am richtigen Flughafen bin, aber die Flugnummer die ich habe nicht existiert und ich soll zum Schalter der TAM Airline. Also bin ich da hin (war natürlich am anderen Ende des Flughafens, der zum Glück nicht so groß war). Die Dame dort hat mir dann gesagt, dass das ein Flug mit LAN ist und ich soll zu denen. Also mit insgesamt etwa 35 KG den ganzen Weg zurück gewatschelt. Da hat sich dann aber zum Glück rausgestellt, dass ich dort richtig war, ich aber mein Gepäck erst 2 Stunden später aufgeben konnte. Also 2 Stunden irgendwo in der Ecke gewartet und dann kam ich endlich raus. Wunderschöner Anblick! Eine mit Palos Borrachos geschmückte Straße mit Blick aufs Meer. Wunderschön!

Gut aber, dann gings zum Glück endlich weiter nach Córdoba. Dort angekommen, hab ich erst mal gewartet, dass ich abgeholt werde. Nachdem nach einer Stunde immer noch keiner da war, ich kein Geld mehr auf dem Handy hatte (hab meine Mom von Buenos Aires aus angerufen, 2 Minuten lang, und von meinen 7 Euro, die ich davor hatte, sind mir nur noch 91ct geblieben), ich aber auch kein Kleingeld zum Telefonieren hatte, bin ich zur Tourismusinformation und der hat dann in der Sprachschule angerufen,  die dann jemanden vorbei geschickt haben. Kurz bevor ich dann zu meiner Gastfamilie kam hat die Schule den Fahrer nochmal angerufen und wollte mich sprechen und sie haben mir erklärt, dass sie dachten, dass ich alleine zum Haus fahre usw. Aber gut, nach 30 Stunden kam ich dann endlich an und wurde sofort mit offenen Armen empfangen. Aber auch total fertig, so dass ich zieeemlich schnell eingeschlafen bin. Anflug auf Cordoba Anflug auf Cordoba Besagte Straße in Buenos Aires Anflug auf Buenos Aires Über den Wolken

Bald geht es los

Dienstag, 18.09.2012

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.